Ein Achterl Roten

Es hat sich nichts verändert. In der Summe seiner Eigenschaften stellt ein „stinknormaler“ VW Golf nach wie vor den besten Gegenwert dar. Auch als Kombi. Und ganz besonders in der Öko-Version BlueMotion Technology mit 105-PS-Dieselmotor. Dem genügt ein Achterl, um den Spar-Golf 2,3 Kilometer voranzutreiben.

Datenblatt
Motor 16V-Vierzylinder-Turbodiesel, 1.598 ccm, Partikelfilter, Euro 5
Leistung 77 kW/105 PS bei 4.400/min
Spitze 190 km/h
Testverbrauch 5,4 l/100 km
Normverbrauch 4,2 l/100 km
CO2 109 g/km
L/B/H 4.534/1.781/1.504 mm
Leergewicht 1.377 kg
Gesamtgewicht 1.960 kg
Preis EUR 24.140,- inkl. 4% NoVA und 20% MwSt. (Ausstattung Trendline) minus EUR 1.000,- BlueMotion-Bonus (limitierte Aktion)
Stand: Oktober 2010

Der Golf. Als Namenspatron repräsentiert er die die untere Mittelklasse. Dort bewegt er sich preislich zwar am oberen Limit, spielt aber ohnehin in einer eigenen Liga. Treffendes Beispiel: die orthopädisch nahezu perfekten „Standard“-Sitze, deren Langstrecken-Qualitäten von keinem direkten Mitbewerber erreicht werden. Jedenfalls dann nicht, wenn ein 120-kg-Korpus, der sich über 195 cm erstreckt, optimaler Stützung bedarf. Lediglich Querfugen, die das ansonsten exzellente Fahrwerk kaum absorbiert, werden auch von den Sitzen nicht vollends gefiltert.

Keinerlei Blöße gibt sich der selbstverständlich mit ESP ausstaffierte Fronttriebler in Sachen aktiver Sicherheit: die präzise Lenkung, das problemlose Fahrverhalten, die standfesten Bremsen – alles passt! Volkstümlich gesagt: Das Auto fährt sich deppensicher. Und darüber hinaus ausgesprochen wirtschaftlich.

Schließlich spielt der TDI mit 105 PS die Rolle des Parade-Spritknausers im Golf-Programm. Diese ist ihm angesichts eines Testverbrauchs von beispielhaften 5,4 Diesellitern, zu dem auch die (abschaltbare) Start-Stopp-Automatik ihren kleinen Beitrag geleistet hat, fraglos auf den Leib geschrieben.

Vornehm zurück hält sich das TDI-Triebwerk aber nicht nur beim Durst, sondern – seit dem Umstieg auf Commonrail-Technik – auch bei den Verbrennungsgeräuschen. Außer man gibt den 105 Pferden kräftig die Sporen. Was sich zumindest bergauf beim Anfahren empfiehlt, nachdem sich der 1,6-Liter-TDI unter 1.500 Touren die klassische Turbo-Gedenksekunde gönnt. Insofern lernt man die (serienmäßige) elektronische Berganfahrhilfe durchaus zu schätzen.

Hat man sich ans Turboloch erst mal gewöhnt, wird man sogar im Spar-Golf mit recht spritzigen Fahrleistungen entschädigt. Wozu man im exakten Fünfgang-Getriebe freilich rechtzeitig runterschalten muss, weil sowohl Vierte als auch Fünfte ziemlich lang übersetzt sind. Nicht nur deshalb sollte man das optionale Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Erwägung ziehen – es kaschiert auch besagte Anfahrschwäche.

Alles andere als schwach präsentiert sich die gewohnt strapazfähige Material- und solide Verarbeitungsqualität. Wie auch immer es mit der Zuverlässigkeit im Laufe eines Golf-Lebens bestellt sein mag – gebaut fühlt sich dieses Auto wie für die Ewigkeit an.

Ebenso Volkswagen-typisch ist das bedienungsergonomisch vorbildliche Cockpit. Umso verwunderlicher, dass die filigran wirkenden Knöpferln zur E-Verstellung der Außenspiegel stur beibehalten werden. Von der früher bläulich schimmernden Instrumentenbeleuchtung hat man sich dagegen erfreulicherweise verabschiedet.

Apropos Beleuchtung: Das hervorragende Halogen-Abblendlicht beim Basis-Golf verdient eine Extra-Erwähnung. So lässt sich die Entbehrung von Xenon-Scheinwerfern durchaus verschmerzen.

Nicht entbehren muss man im Golf Variant auf jeden Fall ein geräumiges Gepäckabteil sowie ordentliche Platzverhältnisse, die klar über dem Klassenschnitt liegen. Vor allem vorn genießen selbst Langbeinige dank großzügiger Sitzverstellung viel Bewegungsfreiheit.

Website des Importeurs: www.volkswagen.at

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