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SEAT ATECA KOMMT IM SPÄTSOMMER

(10.2.2016) Allem Dieselgezeter zum Trotz: Die meisten VW-Marken verkaufen sich in Österreich ungebrochen gut, wodurch sie auf dem Pkw-Markt im Jänner einen Anteil von insgesamt 36,3% erreichten. Bloß Seat zieht derzeit nicht so richtig, was zum einen am 2015 ausgelaufenen Altea liegt, wie es heißt, und zum anderen am Kompakt-SUV namens Ateca, das leider erst ab Sommer erhältlich sein wird. Ja, was denn? Hat man plötzlich Phantom-Schmerzen? Wohl kaum. Vielmehr blickt die spanische VW-Tochter erwartungsvoll in die Zukunft, nachdem sie als einzige Konzern-Marke etliche Jahre ohne Präsenz im permanent wachsenden SUV-Segment über die Runden kommen musste. Was übrigens keinem Importeur besser gelungen ist – gemessen am jeweiligen Marktanteil – als Seat Austria. Mit der Einführung des Ateca geht für Österreich-Chef Mag. Wolfgang Wurm, der vor drei Jahren noch mit einem weitaus früheren Debüt gerechnet hat, jedenfalls eine lange Durststrecke zu Ende. Doch gemach. Zwar steht der formschöne Newcomer, den Seat als „Sportwagen unter den SUV“ anpreist, jetzt kurz vor dem Start. Aber die Konkurrenz schläft nicht – vor allem nicht die hausinterne (siehe Bildtext oben).

seat_ateca_led-scheinwerfer Mit Superlativen wird von Seat bei der Ateca-Präsentation nicht gespart: Bei einer Karosserie-Länge von kompakten 4,36 m soll er die beste Raum-Ökonomie in seinem Segment bieten. Der Grund-Laderaum beträgt mit Front-Antrieb 510 Liter und mit Allrad-Antrieb 485 Liter. Vorbildlich sollen darüber hinaus Fahrdynamik (auch dank modernen Leichtbaus), zahlreiche verfügbare Sicherheits-Systeme (z.B. Stau-Assistent und neuer Notfall-Assistent bei „inaktivem“ Fahrer) sowie die jüngste Infotainment-Generation sein. Die sparsamen Triebwerke (hier eine Komplett-Übersicht für alle Modelle) leisten zwischen 115 und 190 PS. Seine Welt- Premiere wird der Ateca auf dem Genfer Auto-Salon feiern, der von 3. bis 13. März stattfindet. Im Frühling soll dann auch der Vorverkauf beginnen.

seat_ateca_cockpit Dank erhöhter Sitzposition ist das aufgeräumte Ateca-Cockpit (à la Leon) quasi doppelt übersichtlich. Wozu auch der auf acht Zoll vergrößerte Touchscreen beiträgt. Optional gibt es kabelloses Smartphone-Laden sowie das „Media-System Plus“ mit MirrorLink, Apple CarPlay und Android Auto (Foto: Seat)

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VW WEHRT SICH GEGEN ADAC-URTEIL

(8.2.2016) Dicke Luft zwischen Volkswagen und Allgemeinem Deutschen Automobil-Club (kurz ADAC). Dieser hat in Kooperation mit dem ÖAMTC die Testergebnisse eines sog. Kompatibilitäts-Crash veröffentlicht, bei dem der VW Golf schlechter abgeschnitten hat als die beiden anderen Kompaktklasse-Kandidaten – ein Renault Mégane und ein Honda Civic (siehe auch das Video dazu). Auf Anfrage von Auto-Kaufberatung.at hat Volkswagen zu dieser Bewertung heute wie folgt Stellung bezogen:

„In dem vom ADAC durchgeführten Test-Verfahren mit der MPDB (Mobile Progressive Deformable Barrier; Anm. d. Red.) geht es nach eigenen Angaben des ADAC um Selbst- und Partnerschutz. Der Selbstschutz, der eine wesentliche Verbraucherschutz-Information darstellt, wird hier nur in der Internet-Veröffentlichung am Rande erwähnt. Hier schneidet der Golf bei den Belastungswerten der Insassen von allen getesteten Fahrzeugen mit Abstand am besten ab, was eine ganz wesentliche Information aus diesem Test für den Verbraucher darstellen würde. Die vom ADAC kritisierte Kompatibilität (Partnerschutz) beim Golf, welche mittels Barrieren-Abdruck ermittelt werden soll, ist zunächst ein ,Phänomen’ in einem Labor-Versuch. Ein Zusammenhang zwischen der im realen Unfallgeschehen auftretenden Verformung und der im Barrieren-Test ermittelten Vorderwagen-Deformation konnte in zahlreichen europäischen Forschungs-Programmen sowie in anderen Untersuchungen einzelner Institute nicht gezeigt werden. In welcher Weise das Verformungsbild des Golfs gegen eine Aluwaben-Barriere im realen Unfallgeschehen den Unfall-Partner benachteiligt, konnte auch in der Diskussion mit den Mitarbeitern des ADAC nicht nachhaltig beantwortet werden. Trotzdem wird VW auch zum Thema Partnerschutz weitere Untersuchungen durchführen, aber dabei den wichtigen Selbstschutz der Insassen, der in der Darstellung des ADAC leider nur wenig Erwähnung fand, weiterhin in keinem Falle vernachlässigen.“

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KOMPATIBILITÄTS-CRASH: CIVIC VORN

(4.2.2015) Die Zeiten bleiben hart für VW – trotz weicher Golf-Elemente. Ungefähr so könnte man die aktuelle Situation der seit dem Diesel-Skandal ordentlich gebeutelten Wolfsburger zusammenfassen. Denn nach dem jüngsten Crashtest, der von ÖAMTC und ADAC mit drei Modellen der Kompakt-Klasse durchgeführt wurde, wird jetzt auch noch am bisher immer so beispielhaften Sicherheits-Image gekratzt. Die Kandidaten, die wir hier mit ihren letzten Euro NCAP-Ergebnissen von 2012 bzw. 2015 verlinken, waren der Honda Civic, der Renault Mégane und der VW Golf. Deren Crash-Verhalten haben die Autofahrer-Clubs allerdings nach dem speziellen Kompatibilitäts-Verfahren ermittelt, über das Auto-Kaufberatung.at zuletzt Ende 2013 berichtet hat (hier der direkte Link zur Meldung). Und dabei haben der Civic „gut“, der Mégane zumindest „ausreichend“ und der Golf nur „mangelhaft“ abgeschnitten. Wie diese Bewertungen zustande gekommen sind, erfährt man detailliert auf den Websites von ADAC und ÖAMTC. ● Gesetz der Serie: Während Volkswagen geprügelt wird, kann sich Honda auch über Streicheleinheiten der spanischen Verbraucherschutz-Organisation OCU freuen. Diese hat in Europa mehr als 30.000 Autofahrer zum Thema Zuverlässigkeit befragt, bei dem japanische Marken generell eine glänzende Figur gemacht haben: Honda sicherte sich mit 93 von 100 möglichen Punkten Rang 1, dicht gefolgt von Lexus und Toyota (jeweils 92 Punkte), BMW und Mazda (jeweils 90) sowie Audi, Dacia, Kia, Mitsubishi und Subaru, die alle jeweils 89 Punkte einheimsten.

mazda_3_takumi „Fette Beute“ zum Aktions-Preis von 24.190 Euro: Als Sonder-Modell Takumi wartet der Mazda3 Sport mit Serien-Goodies wie titangrauen 18-Zoll-Alus, Leder-Alcantara-Sitzen, Rückfahr-Kamera, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Park-Sensoren, Zweizonen-Klimaautomatik und Spurwechsel-Assistent auf (Fotos: Mazda)

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WERKSTATT-AWARD: NEUE GEWINNER

(31.1.2016) „Schlechte Nachrichten erfährt man immer“, meint Nigel Storny, Chef von LeasePlan Österreich, dem hier zu Lande größten markenunabhängigen Fuhrpark-Manager. Dies offenbarte Storny nach der mittlerweile 19. Verleihung des Excellence Award, die für viel frisches Blut unter den Preisträgern sorgte – sprich den landesweit besten Auto-Werkstätten, die Kunden von LeasePlan und deren Fahrzeuge betreuen. Doch der Reihe nach. Und zuvor noch ein kurzer Blick nach Deutschland, wo Anfang des Jahres immer besondere Gewinner ermittelt werden: Zum einen die Best Cars 2016 durch die Leser von auto, motor und sport und zum anderen die Wertmeister 2016 durch Auto Bild und Schwacke – also jene Automodelle, die in Sachen Wertbeständigkeit die „sicherste Bank“ sein sollen.

nigel_storny Zurück zu LeasePlan, wo die Qualität der Werkstatt-Partner jedes Jahr von den Dienstwagen-Nutzern bewertet wird. Warum diese Umfrage-Werte in Österreich einen so hohen Stellenwert haben? Als Grundlage dafür dienten 2015 beachtliche 20.228 Reparatur- und 66.305 Service-Rechnungen! Zu den Kriterien einer Bewertung zählen ► die Professionalität der durchgeführten Arbeiten, ► die Freundlichkeit, ► die telefonische Erreichbarkeit, ► die Rücksprache und Abstimmung mit den Kunden, ► das Engagement bei Garantie- und Kulanz-Abwicklung sowie ► die Übersichtlichkeit der Faktura (detaillierte Auflistung aller Posten) und natürlich ► die Kosten. Was bei der heurigen Preis-Vergabe auffiel: Es gab nicht nur viele „Wiederholungstäter“, wie sie Storny scherzhaft nannte, sondern noch mehr „Ersttäter“. „Zumindest in meiner Amtszeit“, weiß der LeasePlan-Chef, „hatten wir noch nie so viele erstmalige Gewinner wie dieses Mal.“ Und das sind die elf Marken-Werkstätten, die mit dem Excellence Award 2015 prämiert worden sind:

martin_riha Audi: Porsche Inter Auto, Wr. Neudorf (zum achten Mal)
BMW: H. Slawitscheck, St. Georgen/Ybbsf. (z. ersten Mal)
Citroën: France Car, seit 1.1.16 Autowelt Linz (zum 1. Mal)
Fiat: Puntinger, Leoben (zum ersten Mal)
Ford: Danner, Schlüßlberg (zum fünften Mal)
Mercedes: Danninger, Leonding (zum ersten Mal)
Opel: Linser, Innsbruck (zum dritten Mal)
Renault: Skala, Perchtoldsdorf (zum dritten Mal)
Seat: Reiser ABR, Straßwalchen (zum ersten Mal)
Skoda: Birngruber, Tulln (zum dritten Mal)
Volkswagen: Wiesinger, Mistelbach (zum ersten Mal)

Bemerkenswert: Bei PIA Wiener Neudorf bewegt sich der Zufriedenheits-Index der Mitarbeiter laut Storny bei herausragenden 98%. Und dass sich France Car nun Autowelt Linz nennt, liegt darin begründet, dass sich der langjährige Spezialist für französische Fahrzeuge kürzlich auch Volvo angelacht hat. Sozusagen die Krönung des heurigen LeasePlan-Events waren aber zwei weitere Auszeichnungen: So wurde an die Firma Werner Jost im steirischen Ligist erstmals der Body Repair Shop of the Year vergeben. Ob man damit, fragt Auto-Kaufberatung.at, das Verleihungs-Szenario zusätzlich beleben will? Nigel Storny: „LeasePlan Österreich macht sicher nicht mehr Preise nur um der Preise willen. Wir sehen einfach, dass die Anzahl der Reparaturen, die wir in den Body Repair Shops abwickeln, eine Größenordnung erreicht hat, die ein wesentlicher Bestandteil des Fuhrpark-Managements ist. Lackier- und Karosserie-Betriebe spielen vor allem bei der raschen Abwicklung von Schadensfällen eine wichtige Rolle, damit die Dienstwagen-Nutzer durchgängig mobil bleiben.“

erich_plochberger Zweites Highlight war der Supplier of the Year, den LeasePlan für 2015 das elfte Mal an einen Partner vergeben hat, „bei dem die Erwartungen der Kunden in allen Belangen übertroffen wurden“, wie es heißt. Ein Service Excellence-Preis, der erstmals Wiesenthal überreicht worden ist. Als Basis der Bewertung zieht man vor allem kunden-orientierte Geschäfts-Prozesse, Flexibilität, Reaktionszeit sowie die Service-Qualität für LeasePlan-Kunden heran. Für Erich Plochberger, der bei der Wiesenthal-Gruppe den Großkunden-, Diplomaten- und Behörden-Bereich koordiniert, ein Verdienst dank der „sprichwörtlichen Nähe zum Kunden. Genau darauf kommt es an! Das hat sich in den letzten Jahren nicht verändert. Wobei es uns durch das partnerschaftliche Verhältnis zu LeasePlan natürlich noch erleichtert wird, auf die speziellen Bedürfnisse der Kunden genau einzugehen.“

felix_clary Fragt sich nur, ob kleinere Marken-Werkstätten eigentlich die Chance haben, ihre Kundendienst-Leistungen bei Umfragen zur Zufriedenheit ähnlich gut darzustellen wie große Mitbewerber à la Wiesenthal? Wurde LeasePlan mit solchen „Vorwürfen“ denn schon einmal konfrontiert? „Selbst wenn es solche geben sollte“, sagt Storny, „so sind sie bis zu mir nie durchgedrungen. Und schlechte Nachrichten erfährt man immer! Es kann sie aber auch deshalb nicht geben, weil unsere Bewertungen äußerst objektiv sind und sowohl auf Kunden- als auch Fahrer- und teilweise sogar auf Mitarbeiter-Befragungen beruhen. All das wird akribisch gesammelt und ausgewertet, wobei für jeden bei uns im Unternehmen einsehbar ist, welche Kriterien dahinter stecken und weshalb jede einzelne Firma gewonnen hat.“

excellence_award_preistraeger Die 13 als Glückszahl: Elf „Excellence Awards“, einen „Supplier of the Year“ an Wiesenthal und den neuen „Body Repair Shop of the Year“ an Werner Jost (im Bild ganz rechts) hat LeasePlan für 2015 vergeben (Foto: LeasePlan Österreich)

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christian_politschnig PERSONELLES Nr. 68 Der Schwedenkönig ist tot. Er war einer jener Allrounder, die in der Auto-Branche zu den so genannten Unikaten gehören. Einfach nicht austauschbar, weil sie sich mit der Marke, für die sie standen, zu hundert Prozent identifizieren vermochten. In seinem Fall denkt man natürlich vor allem an Saab. Fünf Jahre lang (von 1996 bis 2001) hat er als Swedcar-Chef eindrucksvoll demonstriert, wie man mit viel Herzblut, Engagement und Stolz einer feinen Nischen-Marke ein unverwechselbares Image verleiht, wie man Handels-Partner anspornt und wie man deren Kunden betreut. Eine Reputation, die ihm schließlich den Beinamen „Schwedenkönig“ einbrachte und offenbar auch Dr. Erhard Grossnigg beeindruckte. Der Unternehmens-Sanierer holte ihn 2003 – zwei Jahre, nachdem die Tarbuk-Gruppe ihren Status als Saab-Importeur (und bekanntlich auch jenen für Jaguar und Nissan) verloren hatte – zur Tarbuk-Rettung an Bord. Letztlich vergeblich, wie jeder weiß.

Vorigen Samstag, am 23. Jänner 2016, ist Christian Politschnig einem Herzinfarkt erlegen. Der Schwedenkönig wurde nur 61 Jahre alt. Zuletzt, seit 2007, fungierte er bei Hyundai Österreich (wo man ja ein Händchen dafür hat, gestandene Branchen-Profis „an Land zu ziehen“) als Gebiets-Leiter West. In den Jahren zuvor nahm Politschnig noch Projekte in Angriff, an die sich sonst kaum einer herangewagt hätte – 2005 etwa an den Import russischer UAZ-Fahrzeuge durch die G.B. Autoimport- und Handelsges.m.b.H. Davor, im September 2003, avancierte er zum Geschäftsführer von MG Rover Austria. Keine leichte Aufgabe, aber irgendwie zugeschnitten auf den Allrounder, der voller Tatendrang war – wie auch ein Schreiben vom März 2004 bezeugt, das an den Autor dieser Zeilen gerichtet war: Chef und Mädchen für alles in Personalunion. Typisch Christian Politschnig eben.

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TOYOTA OHNE DIESEL VORSTELLBAR?

(25.1.2016) Wer dem Selbstzünder wegen jüngster Ereignisse an den Kragen gehen will, erntet von Managern der Autobranche bestenfalls ein mitleidiges Lächeln. Denn aus heutiger Sicht gibt es nur eine Doktrin: Zur Erreichung der bis 2020 umsetzbaren CO2-Ziele ist der Diesel unverzichtbar, wie ja zuletzt auch Dr. Felix Clary als Sprecher der Automobil-Importeure mit Nachdruck fest- gestellt hat. Nicht ganz so eng sieht dies freilich ein Hersteller wie Toyota, der als Hybrid-Pionier ohnehin mit einem beispielhaften Flotten-Verbrauch und einem „grünen“ Marken-Image glänzt. Daher war der Diesel-Motor auch nie ein Liebkind der Japaner, die im vorigen Herbst verkündet haben, künftig nur noch auf Hybrid, Elektro und Benziner zu setzen. In die zunehmend aufwändige Diesel-Entwicklung – Stichwort Abgas-Reinigung – wird Toyota nicht mehr investieren. (Nebenbei erwähnt: Andere Nippon-Marken wie Honda, Mitsubishi und Nissan wollen sich längerfristig überhaupt vom Verbrenner verabschieden, wogegen Mazda dem Diesel noch treu bleiben will.)

toyota_hilux_2016 Doch in Europa gehen die Diesel-Uhren anders. Trotz gegenteiliger Gerüchte, wie uns Toyota Österreich-Boss Dr. Friedrich Frey auf der Vienna Autoshow in einem Kurz-Interview versichert hat. Auto-Kaufberatung.at: Noch vor wenigen Monaten kursierte das Gerücht, wonach der RAV4 künftig zwar als Hybrid und Benziner, nicht mehr aber mit Diesel angeboten werde. Frey: „Das ist richtig! Wenngleich uns nicht ganz klar ist, wie dieses Gerücht entstand. Tatsächlich ist es so, dass die Strategie von Toyota fortgesetzt wird und die Diesel-Motoren, die ja von BMW angekauft werden, in den diversen Baureihen weiterhin zum Einsatz kommen.“ AKB: Dass Toyota selber keine Diesel-Motoren mehr entwickelt, heißt also nicht, dass der Selbstzünder im Modellprogramm hier sukzessiv verschwindet? Frey:Nein, um Gottes willen! Natürlich auch nicht im Nutzfahrzeug-Sektor, wo die Kooperation mit Peugeot weiterlaufen wird. Und beim Pkw-Sektor ist es in Sachen Diesel so, dass wir verstärkt Gespräche mit europäischen Lieferanten führen, insbesondere mit BMW. Der Diesel ist wichtig für Europa und wird daher immer – trotz des Fokus’ auf den Hybrid – ein Thema für Toyota sein.“ Soweit das Statement des Importeur-Chefs. Eine spätere Nachfrage von AKB, weshalb der RAV4 bisher als Allradler (4WD) wahlweise mit zwei Diesel-Motoren angeboten wurde, künftig aber nur noch als Fronttriebler mit einem Diesel-Triebwerk, wurde von Freys Presse-Abteilung beantwortet und mit dem wachsenden 2WD-Trend im SUV-Segment begründet. Was freilich nicht erklärt, weshalb die Hybrid-Version sowohl mit 2WD als auch 4WD und ausgerechnet der Benziner nur mit 4WD offeriert wird…

Abschließend ein Schwenk zu Toyota-Partner Linder, der unserem Oldtimer im Oktober 2015 einen Korrosions-Schutz verpasste. Zuvor war der 40 Jahre alte Veteran einem kostenlosen Rost-Check unterzogen worden – eine zum zweiten Mal durchgeführte Aktion des ÖAMTC, der zuständigen Innung und der heimischen Dinitrol-Vertretung DKS Technik. Dabei wurden 193 Fahrzeuge kontrolliert, deren Rostbefall sich nicht unbedingt am Baujahr „orientierte“. Hier das aufschlussreiche Ergebnis.

toyota_auris_touring_sports Auch eine Form von autonomem Fahren: So locker entfaltet der 112-PS-Diesel im Auris seine Kraft und so perfekt passen die Übergänge im präzisen Sechsgang-Getriebe, dass sich alles wie von selbst erledigt. So gut kann „konventionell“ sein. Fahrbericht folgt (Foto: Auto-Kaufberatung.at)

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CITY-VERKEHR: SINNVOLLE LÖSUNGEN

(24.1.2016) Liebe Leserinnen & Leser! Gibt es in der Familie Kinder oder Enkel, Neffen oder Nichten, die derzeit studieren? Okay. Und sind diese womöglich an praktikablen Verbesserungen der Verkehrs- und Park- raum-Situation in Städten interessiert, für die sie eigene Ideen entwickeln könnten? Dann bitte anmelden zum Förderpreis der List Group, der mit € 5.000,- dotiert ist und bereits zum zehnten Mal für Projekte und Arbeiten vergeben wird, die einen Beitrag zur Lösung von Verkehrs- und vor allem Park-Problemen leisten. Bewertet werden die Einreichungen (Deadline: 12. Dez. 2016) von einer Jury, die aus Vertretern der WK Österreich, des ÖAMTC und der Stadt Wien besteht (wobei die zuletzt Genannten hoffentlich über den Tellerrand schauen; schließlich hat mit der grünen, anfangs noch durchdacht wirkenden Parkraum-Politik das Dilemma dieser Stadt erst begonnen, Anm. d. Red.). Der in Wien ansässige Ausschreiber List Group betreibt über seine Tochter-Gesellschaft BOE in Österreich, Deutschland, der Slowakei sowie in Ungarn und Kroatien 90 Garagen mit 25.000 Stellplätzen.

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VAS: GEWOHNT HOHE BESUCHERZAHL

(19.1.2016) Österreichs stärkste Publikums-messe, die Kombination aus Vienna Auto- show und Ferien-Messe Wien, wurde auch heuer von fast 150.000 Menschen besucht. Konkret waren es – wie schon gemeldet148.759 und damit um nur 820 weniger als im vorigen Jahr. Dafür strömten einen Tag vor der offiziellen Messe-Eröffnung diesmal 7.854 Fachbesucher auf die VAS (inklusive eingeladener Top-Kunden, versteht sich). Und das waren um immerhin 566 mehr als 2014. Einer unabhängigen Befragung zufolge, die beim Publikum der mittlerweile zehnten Vienna Autoshow durchgeführt wurde, planen 38,1% der Besucher den Kauf eines Autos, wovon 67,8% einen Neuwagen ins Auge fassen. Als Stammbesucher der VAS haben sich außerdem 53,6% der Befragten geoutet. Insgesamt zeigten sich 88,9% mit dem Wiener Auto-Event sehr zufrieden, wofür die Noten 1 und 2 vergeben wurden. Sogar 96,4% würden die Messe auch anderen empfehlen. Ebenfalls erhoben wurde, für welche Automarken sich das VAS-Publikum heuer interessiert hat. Hier wird das Ranking klar von VW (28%), BMW (27,9%) und Audi (26%) angeführt, gefolgt von Mercedes (14,7%), Ford (12,1%), Mazda (9,1%), Tesla (7,7%) sowie Porsche, Skoda, Opel und Renault mit jeweils 7,1%, weiters von Toyota (6,3%), Alfa Romeo und Hyundai mit jeweils 5,1%, danach Peugeot (4,8%), Nissan (4,6%), Kia (4,5%), Fiat (4,3%), Mini (4,2%), Citroën (3,4%), Lamborghini (3,3%) und Honda (2,9%). Fragt sich nur, inwieweit bei jeder Marke deren jeweilige Modellneuheiten eine Rolle gespielt haben? Schließlich sind da jedes Jahr die Karten neu gemischt.

start-booster_im_test Im Winter, wenn Auto-Batterien versagen, schlägt die Stunde mobiler Start-Booster. Manchmal aber auch deren letztes Stündlein, wie der ÖAMTC bei einem Test von acht Geräten auf Lithium-Basis herausgefunden hat (Fotos: ÖAMTC)

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HONDA FRÜHSTÜCKT, HYUNDAI MAHLT

(18.1.2016) Sicher günstiger als „Frühstück bei Tiffany“ wird das Frühstück bei Honda sein, wofür der heimische Importeur ab 23. Jänner mit einem speziellen Leckerbissen namens Civic X-Edition aufwartet. Dieses Sondermodell ist bei allen Honda-Händlern präsent und wird samt exklusivem Design- Paket plus dynamischen 17-Zoll-Alus und vielen Komfort-Goodies (Klima-Automatik, Tempomat, Sitzheizung vorn, Alarmanlage, Bluetooth-Freisprecher mit Sprachsteuerung, Rückfahrkamera, Ledervolant, Licht- und Regensensor etc.) bereits um 19.990 Euro (100-PS-Benziner) bzw. um 22.490 Euro (120-PS-Diesel) angeboten. Aber auch reguläre Modelle gibt es mit einem jeweiligen Extra-Bonus (siehe Bildtext oben). Hondas „Frühstücks-Aktion“ gilt bis 31. März bzw. solange der Vorrat reicht. ● Weniger von einem Frühstück, eher von einem fürstlichen Mahl kann man bei Hyundai sprechen. Womit wir kurz zurück aufs Thema Tages-Zulassungen kommen (siehe vorige Top-News). Das wahre Ausmaß an Neuwagen-Verkäufen, das Hyundai Österreich durch die TZ-Aktionen im Dezember 2015 bewirkt hat, erkennt man anhand der konkreten Zahlen bei den Top-20-Marken und -Baureihen (z.B. plus 2.028 Prozent für den i10). Andererseits dürfte der enorme Absatz-Erfolg, der 2014 mit dem „alten“ i20 erzielt worden ist, für ein einzelnes Hyundai-Modell wohl lange uneinholbar bleiben. ● Und noch ein Bezug zum vorigen Beitrag: Die E-Klasse W213 kann ab sofort geordert werden. Wäre ein ideales Timing gewesen, hätte man sie auf der Vienna Autoshow auch vorab besichtigen können. Die Auslieferung beginnt im April, der Startpreis beträgt 49.540 Euro. Apropos Mercedes: Dass Dr. Felix Clary zum Vorstand bei Wiesenthal bestellt wurde (die neue Funktion soll er bereits angetreten haben), ist uns auf der Messe zwar zu Ohren gekommen. Als symbolisches SUV haben wir ihm aber noch einen BMW „untergejubelt“. Sorry, die Macht der Gewohnheit! Clary war schließlich ewig mit den Blau-Weißen verbunden. ● Übrigens: Die Vienna Autoshow 2016 hatte 148.759 Besucher (Messe-Publikum); rechnet man den Fachhandelstag am 13. Jänner dazu, waren es insgesamt 156.613.

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Datum: 16. Januar 2016

Diesel und (Kompakt-) SUV weiter im Vormarsch

Kurz vorm Jahresende 2015 gab Österreichs Pkw-Markt noch einmal ordentlich Gas. Resultat: 308.555 Neu-Zulassungen. Gegenüber 2014 eine Steigerung von 1,73%. Allerdings wurde diese auch durch starke Tages-Zulassungen im Dezember erkauft. Im Europa-Vergleich sind die Absatz-Zuwächse dennoch mies. Aber damit muss der heimische Handel ebenso leben wie mit ständigen „Rabatt-Rekorden“. Versüßt wird der harte Wettbewerb durch zwei Erfolgsgaranten: Diesel und SUV.

vienna_autoshow_andrae_rupprechter „Die U2 ist gestopft voll mit alten Leuten, die alle bei der Station zur Messe aussteigen. Vienna Autoshow!!! Gruselig…“ Diese SMS- Frechheit vom 14. Jänner, zehn Uhr, stammt vom 30-jährigen Sohn des Autors dieser Zeilen. Der zum Schluss gesetzte Smiley nutzt dem Filius auch nix mehr. Er wird enterbt!

Scherz beiseite. Die Vienna Autoshow ist offenbar nicht nur wieder ein echter Publikums-Magnet, sie sorgte heuer auch schon im Vorfeld für Aufregung. Allerdings für eine der erfreulichen Art: Erst 3, dann 2, danach wieder 3, dann 4 – aber in Wirklichkeit 6. Nein, keine Morsezeichen, sondern die sukzessiv verlautbarte Anzahl an Europa-Premieren.

Ganz zu Beginn wurden deren drei kommuniziert, nämlich Mini Cabrio sowie Range Rover Evoque Cabrio und Seat Ibiza Cupra. Prompt folgte der Einspruch von Auto-Kaufberatung.at, dass der Cupra leider „nur“ eine Österreich-Premiere sei. Worauf auf zwei Europa-News zurückgerudert wurde. Doch kurz vor dem Messestart setzte sich wieder Audi in Szene – mit dem A4 allroad quattro. Da waren’s neuerlich drei. Oder besser gesagt: vier. Denn zeitgleich mit der Audi-Meldung kam die Nachricht über die Detroiter Welt-Premiere des aufgefrischten Porsche 911, der schließlich ebenso für die VAS angekündigt war. So war im Endeffekt seitens der Messe-Leitung von vier Europa-Premieren die Rede. Doch tatsächlich sind es sechs: einerseits, weil der 911 als turbo S Cabrio und targa 4 auftritt. andererseits, weil auch der Porsche Macan GTS ursprünglich „unterschlagen“ wurde.

Nicht jeder Importeur „hat es so leicht wie die riesige Porsche Holding“

Damit gehen die tollsten VAS-Neuheiten abermals aufs Konto der Porsche Holding Salzburg. Anders ist man bei Mercedes verfahren: Zwar hat die neue E-Klasse letztlich doch den Weg nach Wien gefunden. Allerdings nicht ins Messe-Zentrum, sondern in die Marx-Halle, wo der W213 einer ausgewählten Klientel vorgeführt wurde. Da drängt sich natürlich die Frage auf, weshalb man den vermutlich wieder 150.000 VAS-Besuchern dieses wichtige Modell heuer vorenthält?

Erklärung von MBÖ-Pressechef Mag. Bernhard Bauer: „Der Konzern verfolgt mit Genf als erste Location für die Europa-Premiere der neuen E-Klasse eine klare Strategie, die nachvollziehbar und zu akzeptieren ist. Es wurde ja auch anderen Ländern, in denen Auto-Messen abgehalten werden, bezüglich der E-Klasse eine Absage erteilt. Trotzdem haben wir alles unternommen, um die E-Klasse in Wien zumindest einem erlesenen Kundenkreis zu präsentieren. Dass uns dies gelingen wird, stand ohnehin erst kurz vor Weihnachten fest. Und jetzt haben wir’s eben auch offiziell kommuniziert.“

Ein Mercedes-Händler, der auf der VAS von uns auf dieses Thema angesprochen wurde und namentlich nicht erwähnt werden will, reagierte sichtlich genervt: „Sagen Sie, verstehen S’ das nicht? Unser Importeur hat es nicht so leicht wie die riesige Porsche Holding. Die brauchen doch nur mit dem Finger zu schnippen, damit die Deutschen springen.“

Die Konzern-Abhängigkeit der Importeure tangiert damit auch die Reed Messe Wien als Veranstalter der VAS, der sogar im Jubiläumsjahr ein Top-Player fernblieb: Volvo, und das zum zweiten Mal. Hintergrund: Die Schweden, die 2010 von der chinesischen Zhejiang Geely Holding übernommen wurden, haben ihr Marketing neu ausgerichtet. Was dem Vernehmen nach zwar erhöhte Werbe-Investitionen erfordert, dennoch wurde pro Kontinent die Teilnahme auf jeweils eine Auto-Messe beschränkt.

Dazu Österreichs Importeurs-Sprecher Dr. Felix Clary: „In Europa konzentriert sich Volvo Cars deshalb auf Genf und ist nicht mal auf der IAA in Frankfurt vertreten.“ Da ist Wien freilich erst recht chancenlos. Auch wenn der Volvo-Importeur einiges „mitnehmen“ könnte: Reed Exhibitions-Chef Benedikt Binder Krieglstein: „Immerhin planen 28,8% der Vienna Autoshow-Besucher den Kauf eines Autos, wovon 69,2% einen Neuwagen kaufen wollen.“

2015 rückläufige Tageszulassungen, doch Hyundai pusht kurz vorm Zieleinlauf

vienna_autoshow_porsche_911_turbo_s Fast das ganze Jahr über hat sich Hyundai in Sachen Tages-Zulassungen (TZ) relativ unauffällig verhalten – um schlussendlich doch noch aus allen Rohren zu schießen und damit im Vorjahr einen Absatz-Zuwachs von 5,7% zu erzielen. Ergo war Denzels „Eroberungs-Marke“ im Dezember am TZ-Boom (+93,8%) kräftig und damit auch am guten Verkaufsergebnis für den Gesamt-Markt beteiligt.

Konkret: Im letzten Monat des Jahres wurden insgesamt 22.832 neue Pkw zugelassen (+31,3%), um 5441 mehr als im Dezember 2014. Ein Weihnachts-Goodie, das sich aufs komplette Jahr maßgeblich ausgewirkt hat. Denn 2015 wurden insgesamt 308.555 Pkw erstmals zugelassen Und das waren um 5.237 mehr als 2014. Was übrigens dem Niveau des 20-jährigen Durchschnitts von 308.300 Stück bemerkenswert nahe kommt.

Im Gegensatz zu Hyundai (TZ-Plus im Vorjahr 6,8%) hat sich Denzels zweite Import- Marke Mitsubishi (TZ 2015: +5,4) ihren starken Dezember quasi redlich verdient: „Vor allem dank des Umstands, dass wir an unsere Kunden den neuen L200 verstärkt ausliefern konnten“, sagt Pressechef Ing. Friedrich Sommer. So erzielte der Pick-up gemeinsam mit dem Vormodell das „historische Ergebnis“ von 601 Neu-Zulassungen und damit den zweiten Rang in seinem Segment. Im Endeffekt übertraf die Japan-Marke den noch vor einer Woche kommunizierten Zuwachs von knapp 3% deutlich: Insgesamt legte sie 2015 um 5,5% zu.

Nochmals zu den Tages-Zulassungen, die trotz Ausreißern wie Nissan (+86%) oder Peugeot (+78,1%) und dank „Bekehrten“ wie Ford (–61,3%) in Summe nicht zugelegt haben: Sowohl mengenmäßig (–8,7%) als auch anteilsmäßig (7,8% vs. 8,7% im Vorjahr) sind sie rückläufig gewesen, wogegen die Kurz-Zulassungen (bis 120 Tage) mit +1,2% etwas zugenommen haben.

Clary auf VAS-Pressekonferenz: „Fragen zu Rabatten langweilen mich schon“

Der Eindruck, dass man dem traditionellen Reizthema TZ in der Autobranche etwas gelassener als früher begegnet, wird durch Felix Clary vermittelt. Auf die Frage, ob TZ nicht ein verzerrtes Bild des Verkaufserfolgs widerspiegeln und damit politische Begehrlichkeit wecken könnten (was an die einst allzu optimistische Prognose von Handels-Obmann Burkhard Ernst erinnert), meint der Importeurs-Sprecher anlässlich der VAS-Presse-Konferenz: „Natürlich sind Tages-Zulassungen nicht im Sinne der gesamten Branche, sondern vertriebstaktische Maßnahmen der einzelnen Hersteller und Importeure. Dennoch entspricht die Größenordnung der Tages- und Kurz- Zulassungen in Österreich etwa jenen in Deutschland.“

Überschritten hat Clarys Reizschwelle offenkundig die Frage, wie er zu „neuen Rekord-Rabatten“ für Neuwagen stehe: „Fragen zu Rabatten langweilen mich schon, weil sie jedes Jahr gestellt werden. Wir befinden uns schließlich teilweise in einem Verdrängungs-Wettbewerb. Und wenn man mich auf Autogott anspricht, dann sind dort zwar bestimmte Fahrzeuge mit Höchst-Rabatten zu finden, aber das sind Einzelmodelle, die nicht die generelle Nachlass-Situation unseres Marktes widerspiegeln.“ Wichtig sei vielmehr, Kurz- und Tages-Zulassungen nicht wieder steigen zu lassen, damit das Rabatt-Thema über diese Preisschiene nicht mehr angeheizt werde. Doch eines müsse klar sein: „Wir sind ein Markt, wo die Zuwächse in den nächsten Jahren nicht mehr allzu hoch sein werden. Und deswegen gibt’s eben ein Match!

Benziner/Diesel und „Alternative“ : Klarer Trend und markante Steigerungen

mercedes_e-klasse_bernhard_bauer Das Match zwischen Benziner- und Diesel-Pkw ist voriges Jahr jedenfalls wieder klar zu Gunsten des Selbstzünders ausgegangen – trotz seiner Image-Ramponierung durch Wolfsburg: Benziner (inklusive Flex-Fuel) –2,9% (Anteil 39,8%), Diesel-Neuwagen +4,3% (Anteil 58,3%). Übrigens: Zum ungebrochen beliebten Diesel-Motor gibt es in den nächsten Tagen ein kurzes VAS-Interview mit Toyotas Importeur-Chef Dr. Friedrich Frey. Richtig gelesen, zum Diesel, nicht zum Thema Hybrid.

Apropos: Relativ mehr hat sich 2015 bei den alternativen Antrieben getan, deren Anteil von 1,5% auf 1,9% anstieg, was einem Zuwachs von 33,1% auf immerhin 5.901 neue Pkw entspricht. Davon waren 2.824 Benzin-Hybride (+30,3%) und 688 Diesel-Hybride (3,6-mal so viel wie 2014), während von reinen Elektro-Autos mit 1.677 Stück um 1/3 mehr verkauft worden sind. Gegenüber 2013 waren es sogar fast dreimal so viele E-Mobile. Grund genug, so Clary sinngemäß, eine für Österreich einheitliche Förderung von Hybrid- und E-Fahrzeugen endlich in Angriff zu nehmen.

Durch ihr Absatzplus erzielten E-Pkw, die laut Dr. Peter Laimer von der Statistik Austria besonders in Wien und bedeutsam seien, einen Anteil von 0,5% an den gesamten Neu-Zulassungen. „Mit diesem Wert liegt Österreich zwar über dem Europa-Schnitt von 0,3%, aber natürlich weitab von einem Spitzenreiter wie Norwegen.“ Wobei dem E-Auto bei uns ja heuer ein kräftiger Vorschub verliehen werden soll – zumindest für Firmenkunden.

Im März wollen zwei Ministerien ihre E-Mobilitäts-Strategie präsentieren

Der daher berechtigten Frage, ob künftig auch private E-Auto-Käufer in den Genuss staatlicher Förderungen kommen, weicht Umwelt-Minister DI Andrä Rupprechter – diesjähriger Vertreter der Bundesregierung auf der VAS – leider aus: „Gerade im Bereich der Forcierung der Elektro-Mobilität habe ich mich mit Verkehrs-Minister Stöger geeinigt (der demnächst bekanntlich in der Gestalt von Noch-Verteidigungs-Minister Gerald Klug auftreten wird; Anm.), dass wir hier voraussichtlich im März eine integrierte Strategie mit realistischen Zielsetzungen präsentieren wollen. Wobei der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur auf Langstrecken Vorrang haben sollte.“

Dass deren Ausbau freilich auch in der Bundes-Hauptstadt (siehe obiges Laimer-Statement) noch viel Optimierungspotenzial birgt, ist kein Geheimnis. „Doch leider weht uns diesbezüglich ausgerechnet in Wien ein eisiger Wind entgegen“, beklagt Rupprechter. Wen wundert’s? Die Zahl jener, die den Sinn und Zweck der grünen Verkehrspolitik angeblich zu durchschauen vermögen, dürfte sich mittlerweile ohnehin auf den kleinen Lobbyisten-Kreis rund um den VCÖ dezimiert haben.

Nochmals Clary: Schelte für „wirklich alle Medien“ – „Diesel ist kein Klimakiller“

vienna_autoshow_felix_clary Was Felix Clary in den letzten Monaten auf die Palme brachte – das tut er auf der VAS unmissverständlich kund –, war der mediale Umgang mit VWs Diesel-Skandal: „Dass es an der Abgas-Thematik grundsätzlich nichts zu beschönigen gibt, ist klar. Doch dass sich wirklich alle Medien schonungslos auf dieses Thema geworfen haben, kann ich nicht nachvollziehen, zumal diese oftmals ohne fundierte Grundlage die gesamte Autobranche der Trickserei und Schummelei bezichtigt haben. Ich fordere daher die Medien in aller Offenheit auf: Jetzt muss endlich einmal Schluss sein mit dem Auto-Bashing! Kommen wir doch zurück auf eine gut recherchierte Auto-Berichterstattung.“

Starker Tobak! Nicht nur wegen der Unterstellung, wonach bisher offenbar nicht gut recherchiert worden ist. Sondern vor allem deshalb, weil gerade heimische Fach-Medien – und da nimmt sich das kleine Online-Portal Auto-Kaufberatung.at nicht aus – über die Abgas-Affäre sehr differenziert und fair gegenüber VW berichtetet haben. Also keine sehr überlegte Anschuldigung, die der 67-jährige Branchen-Grandseigneurs da von sich gab, zumal er seinen Unmut schon mal diplomatischer zu vermitteln wusste. Die Ironie dabei: Tags darauf werden die Razzien bei Renault bekannt. Was nicht nur für Schlagzeilen über einen angeblichen „neuen Abgas-Skandal“ sorgt, sondern auch für den größten Kurssturz in der Geschichte des französischen Autoherstellers.

„In diesem Zusammenhang“, so Clary weiter, „muss ich auch sehr davor warnen, den Diesel-Motor plötzlich als Klima-Killer hinzustellen. Man scheint zu vergessen, dass der Diesel derzeit zur Erreichung der ambitionierten CO2-Vorgaben ab 2020 unverzichtbar ist. Der moderne Euro-6-Dieselantrieb weist nicht nur sehr geringe CO2-Werte auf, sondern glänzt auch mit Stickoxid-Werten, die schon fast auf Benziner-Niveau liegen. Ich glaube daher, dass eine Anhebung der Diesel-Steuern ökologisch kontraproduktiv wäre. Sie würde zu Tank-Tourismus und zu einer neuerlichen Kaufzurückhaltung bei den Autokunden führen.“

Apropos Euro 6: Uns würde sehr Clarys Reaktion auf den jüngsten „Aufreger“ der Auto Bild interessieren, den man ja auch nicht unter den Tisch kehren kann. Wenngleich es außer Frage steht, dass die deutschen Medien mit ihrer Auto-Industrie im Fall des Falles am wenigsten zimperlich umgehen. Da braucht’s keiner Amis mehr, die zwar mit saufenden Trucks die Ölmultis finanzieren, aber aus dem VW-Dilemma ordentlich Kapital schlagen wollen.

„Diskriminierung von SUVs“ (Clary), „Autos in Österreich extrem teuer“ (Ernst)

Das SUV-Segment wächst. Nicht immer kontinuierlich (kleiner Rückgang 2014), jedoch insgesamt deutlich. „Seit 2011 hat es um rund ein Drittel zugenommen“, weiß Statistiker Laimer. Was für 2015 bedeutet, dass die SUV inklusive Offroader (+10,2%) die Kleinwagen (+2,1%) von Platz zwei auf drei verdrängt haben. Knapp, aber doch. Auf dem ersten Rang hat sich die Kompakt-Klasse (+3,7%) einzementiert.

„Ein SUV ist gerade in Österreich das ideale Ganzjahres- und Allzweckauto, das vor allem als Kompakt-Modell nicht mehr verbraucht als eine Limousine“, stellt Clary fest. „Warum also gerade SUV-Modelle und deren Fahrer diskriminieren? Das ist absolut nicht nachvollziehbar!“

In gewisser Weise nachvollziehbar erscheint dagegen der Umstand, dass private Neu-Zulassungen weiterhin rückläufig sind. Lag ihr Anteil am Pkw-Markt 2006 noch bei 51,4%, waren es 2014 nur noch 36,8% und 2015 schließlich 35,3%. Als eine Ursache für diesen Trend könnte man sehen, „dass Autos in Österreich extrem teuer sind“, wie Handels-Obmann Burkhard Ernst freimütig eingesteht. Als Grund dafür biete sich vor allem die motorbezogene Steuer an, die hier zu Lande bis zu viermal so hoch wie in Deutschland sei, so Ernst.

Entsprechend traurig stimme ihn, dass der heimische Automarkt mit seiner Entwicklung aktuell nur den drittletzten Platz in der Europa-Statistik einnehme. Zwar habe sich der Neuwagen-Verkauf im zweiten Halbjahr 2015 erholt und somit für ein passables Jahresergebnis gesorgt, erklärt Ernst sinngemäß. „Trotzdem liegen wir – ermittelt bis Ende November 2015 – von 28 EU-Ländern auf dem 26. Platz. Dahinter rangieren nur noch Litauen und Luxemburg.“

Von der Wiedereinführung einer Öko-Prämie könnten alle (!) profitieren

vienna autoshow_burkhard_ernst „Für 2016 erwarten wir 305.000 bis 310.000 verkaufte Neuwagen, sofern sich die Konjunktur bessert und zusätzliche steuerliche Belastungen vermieden werden“, betont Felix Clary und regt ebenso wie im Vorjahr die neuerliche Einführung einer Öko-Prämie analog zu 2009 an. „Aus Umwelt-Gesichtspunkten sind die Erneuerung des Fahrzeug-Bestands sowie die Verschrottung von stark emittierenden Altautos die beste Lösung, um nennenswerte Einsparungen bei CO2, Stickoxid und Feinstaub-Partikeln zu realisieren.“

In dieselbe Kerbe schlägt Ernst: „Auf Österreichs Straßen sind mehr als 600.000 – man muss es so sagen – alte Stinker unterwegs, die im Vergleich zu modernen Autos etwa 35-mal so viele Schadstoffe ausstoßen. Könnte man diese von der Straße wegbringen, würde dies auch den heimischen Staatssäckel ordentlich füllen“, argumentiert der Handels-Obmann. Mit der ersten Öko-Prämie hat die Republik Österreich abzüglich aller Ausgaben immerhin 122,5 Mio. Euro eingenommen.

Hier finden sich über den österreichischen Automarkt ALLE DATEN, ZAHLEN und FAKTEN, die von der Statistik Austria zum Start der Vienna Autoshow veröffentlicht worden sind.

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