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356-AUFERSTEHUNG / TANK-DESASTER

(22.11.2013) Er gilt als Musterbeispiel einer perfekten Oldtimer-Restaurierung, der 56 Jahre junge Porsche 356 Speedster. Mehr als 40 Jahre lang gammelte das historische Sportwagen-Juwel auf einem Schrottplatz in Graz und später in einem Stadl vor sich hin, ehe es vom Karosseriebauer und „Porsche-Flüsterer“ Gerhard Felfer aus Unzmarkt in der Steiermark wieder wachgeküsst wurde. Betrieben hat die Wiederbelebung der Sohn des Kärntner Erstbesitzers, Hermann Samonigg jr. Er erklärte die gestrippte Speed-Ikone kurzerhand zur „Beziehungs-Kiste“. Jetzt ist darüber eine lesenswerte Story in Buchform erschienen. Der Journalist Philipp Novak schildert dabei nicht nur den unglaublichen Zufall, der Samonigg mit dem Porsche seines Vaters wieder zusammenführte, sondern auch anschaulich, wie dieser Wagen von Felfer mit großem Aufwand in seinen Urzustand versetzt worden ist. Erstmals wurde eine so akribisch durchgeführte Restaurierung auch auf Film dokumentiert. Gedreht und gestaltet hat ihn Arnold Felfer. Das Ergebnis liegt dem 196 Seiten starken und reich illustrierten Buch als DVD bei und ist im Preis von 49 Euro inkludiert. Damit nicht genug, hat der Autor auch die Geschichte der Firma Porsche aus Kärntner Sicht näher beleuchtet. Dabei stieß Novak auf bislang unveröffentlichte Bilder, die z.B. Porsche-Testfahrer Hans Baumgartner zeigen, aber auch viele historisch wertvolle Aufnahmen aus der Zeit, als die Porsches, die ja in Gmünd ihre Wiege hatten, in Kärnten laufen lernten. Für Interessierte bieten sich demnächst zwei Buch-Präsentationen an: Die erste erfolgt am 5.12. im Casineum Velden, die zweite am 12.12. im Kultursaal Unzmarkt. Anmeldungen dazu nimmt Herbert Stampfer entgegen, der zu jener „Boxen-Crew“ gehört, die an der Entstehung dieses Werks mitgewirkt hat. ● Wechseln wir zum leidigen Thema Tanken, dass uns der ÖAMTC schmerzlich in Erinnerung ruft. Es geht um die Spritpreis-Verordnung, die Ende 2013 zwar ausläuft, danach aber – voraussichtlich – verlängert wird. Der Club sieht daher jetzt einen günstigen Zeitpunkt, um „sinnvolle Adaptierungen“ ins Auge zu fassen: Er fordert die Einführung von „ein Tag – ein Preis“ anstelle der bisherigen 12-Uhr-Regelung. „Dadurch könnten Konsumenten die Preise leichter vergleichen“, meint ÖAMTC-Expertin Mag. Elisabeth Brandau. Das Problem der aktuellen Regelung erkennt der Club darin, dass Preise nur um 12 Uhr erhöht, aber immer gesenkt werden können, weshalb viele Tankstellen diese zu Mittag besonders stark anheben, um danach Spielraum fürs Senken zu haben. „Davon profitieren ganz klar die großen Mineralöl-Konzerne mit ihren automatischen Pricing-Systemen“, kritisiert Brandau. Rund 50 Mio. Euro pro Jahr würden so durch „Gelegenheits- und Nachmittags-Tanker“ zusätzlich in die Kassen der Ölmultis und des Staates gespült werden. NACHTRAG (25.11.2013) Wie erwartet, will Wirtschafts-Minister Dr. Reinhold Mitterlehner sowohl Spritpreis-Verordnung als auch Spritpreis-Rechner verlängern, und zwar bis Ende 2016. Sobald die Begutachtung abgeschlossen ist, sollen neue Regelungs-Vorschläge geprüft werden.

spritpreis-verordnung Nutzen Ölmultis die heimische Spritpreis-Verordnung dazu, um zu Mittag die Preise radikal zu erhöhen? Der ÖAMTC schätzt, dass Tanken zur falschen Tageszeit die Autofahrer rund 50 Mio. Euro im Jahr kostet (Foto: ÖAMTC)


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