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VIEL DENZEL – UND EIN BISSL URLAUB

(26.5.2016) Kein Zweifel: Denzel ist gesund und gedeiht: Das Eigenkapital der Gruppe wurde 2015 auf fast 129 Mio. Euro erhöht. Mit mehr als 40.000 verkauften Fahrzeugen ist die Wolfgang Denzel Auto AG auch nach wie vor der größte private Autohändler in Österreich. Ebenso über Ergebniszuwächse berichten die anderen Tochterunternehmen Denzel Immobilien sowie Autoplus Reifen & Zubehör Großhandel. Beachtlich ist jedoch das Finanzierungs-Volumen von 256 Mio. Euro, mit dem das Bankhaus Denzel ein neues Rekord-Niveau ausweist. Insgesamt habe man im Vorjahr, sagt Denzel-Vorstand Mag. Gregor Strassl, das „historisch zweitbeste Ergebnis“ erzielt. Nachsatz: „Obwohl die Rahmenbedingungen fürs Auto-Geschäft nicht positiv sind.“ Im Gegensatz zur weltweiten Markt-Situation, zumal sogar die EU- und EFTA-Staaten im Vorjahr um 9,2% beim Autoverkauf zugelegt haben. Doch Österreich gehöre mit einem Zuwachs von lediglich 1,7% zu den Sorgenkindern. Strassl: „Nur noch Estland und Luxemburg rangieren mit einem Minus von drei bzw. 6,7% hinter uns.“ Und wie kam es dazu? Strassls Worten zufolge leide der heimische Pkw-Markt seit Ende 2011 unter einem „schleichenden Rückgang“: 2012 gab es bei den Neuwagen Absatz-Einbußen von 5,7%, 2013 waren es 5,1% und 2014 noch 4,9%, ehe 2015 mit besagten +1,7% „mehr oder weniger eine Stagnation“ folgte. Eine Entwicklung, die für Strassl nicht verwunderlich ist, nachdem Österreichs Autofahrer und -käufer „in den letzten zwölf Jahren elf Steuer-Erhöhungen“ verkraften mussten. Da würde auch der Vergleich mit Deutschland nachdenklich stimmen, zumal allein die Kfz-Steuer hier zu Lande im Schnitt mehr als doppelt und oftmals sogar dreimal so hoch sei (ein Missstand, den ja auch Handels-Obmann Burkhard Ernst immer wieder beklagt). Damit nicht genug: „In Deutschland können Firmen für sämtliche Fahrzeuge eine Vorsteuer geltend machen“, so Strassl weiter. Außerdem gebe es dort seit Kurzem eine bundesweite Förderung von Elektro-Autos auch für Privatkunden. (Anm. d. Red.: Die deutsche Kaufprämie von 4.000 Euro, die für E-Autos zu einem Listen-Preis von max. 60.000 Euro netto gewährt wird, teilen sich Staat und Hersteller „brüderlich“. Die Laufzeit ist bis Mitte 2019 befristet bzw. sobald die dafür geplanten 1,2 Mrd. Euro aufgebraucht sind.) Strassl: „Österreich ist – neben Brasilien und Kanada – eines von weltweit drei Ländern, wo der Anteil an erneuerbarer Energie über 66% liegt. Im Sinne des Umwelt-Schutzes und der Nachhaltigkeit wäre daher eine Förderung der E-Mobilität für Privatpersonen als sehr positives Signal zu sehen.“

land_rover_discovery_sport Aufhorchen lässt Strassl mit dem Ausblick, wonach der Pkw- Verkauf im urbanen Bereich stärker ab-, im ländlichen Bereich dagegen umso deutlicher zunehmen werde. Ein Trend, der sich durch die problematische Infrastruktur auf dem Land begründet (fehlende Nahversorgung, entlegene Einkaufs-Zentren etc.) und dem Denzel mit neuen Handels-Betrieben künftig Rechnung tragen will. „Am Land nimmt der Individual-Verkehr zu“, so Strassl ergänzend, „weil das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in manchen Regionen sehr eingeschränkt zur Verfügung steht.“ Heißt das womöglich, dass das seit Jahren prognostizierte große Sterben stationärer Händler durch diese Entwicklung mehr oder weniger aufgefangen wird? Strassl: „Tatsache ist, das sich in Europa seit 2010 um rund 9.000 Autohändler weniger am Markt befinden. Unserer Einschätzung nach wird es ganz kleine Autobetriebe immer geben, während mittelgroße Betriebe durch die großen Autohändler stärker unter Druck geraten werden.“ Bleibt zum Schluss noch eine etwas profane Frage: Nachdem Denzel dank seines „einzigartigen Angebots von 18 Auto-Marken eine unabhängige Beratung garantiert“, wüssten wir gern, wie das in der Praxis funktioniert? Kann man sich das wirklich so vorstellen, dass z.B. ein Alfa-Verkäufer während eines Beratungs-Gesprächs die Segel streicht und den Kunden zur BMW-Abteilung „nebenan“ verweist? Strassl: „Speziell die Bedarfs-Analyse im Verkaufs-Gespräch mit dem potenziellen Kunden ist ein wichtiges Thema, denn erst dann kann eine richtige Beratung stattfinden. Wobei wir in die Qualifikation unseres Verkaufs-Personals signifikant investieren! Wir sehen unabhängige Beratung also nicht als Utopie, sondern haben mittels interner Regelungen bei Provisions-Zahlungen für klare Abläufe gesorgt.“

urlaubsankuendigung Ab dem 7. Juni sind wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, wieder im Einsatz! Bleiben Sie uns bitte gewogen und halten Sie uns auch künftig die Treue. Die Redaktion von Auto-Kaufberatung.at (Foto: Auto-Kaufberatung.at)


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