„BRANCHENBUCH“: VORSICHT, FALLE!

(31.1.2013) Ausnahmsweise geht’s hier nicht ums Thema Auto. Sondern um eine Abzockerei, wie sie im Buche steht. Besser gesagt: im „Gelben Branchen-Buch“. Das mit dem offiziellen freilich nicht das Geringste zu tun hat! Und davor wollen wir heimische Betriebe warnen, zumal eine „Steger Gewerbedaten-Verwaltung“ bei diesen derzeit im großen Stil und vor allem in offenkundiger Täuschungs-Absicht abkassieren will. Der Trick dahinter: In der Firmenpost findet sich ein Papier, das den Anschein eines Korrektur-Abzugs von einem bestehenden „Branchenbuch-Eintrag für 2013/2014“ erweckt (siehe auch Faksimile). Dazu der „hilfreiche“ Hinweis: „Beachten Sie bitte, dass ohne die unterschriebene Zurücksendung dieses Formulars keine Veröffentlichung stattfinden kann.“

Beachten sollte man jedoch das Kleingedruckte daneben. Denn die vermeintlich kostenlose Fortsetzung eines aktualisierten Eintrags kostet: Monatlich 59 Euro zzgl. MwSt., wobei die Laufzeit 24 Monate beträgt – macht nach Adam Riese knapp 1.700 Euro! Und das natürlich nicht im angeblichen Branchen-Buch, sondern in einem Online-Verzeichnis, dessen Bekanntheit gegen null tendiert. Umso bekannter ist der dubiose Anbieter bei der Wirtschaftskammer und beim Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb – der auch eines beklagt: Dass die zuständige Staatsanwaltschaft Graz untätig bleibt. Welch „gelernter“ Österreicher hat da wohl kein Déjà-vu?

unternehmer-falle Hinter dieser Chuzpe verbirgt sich ein in der Steiermark wohnhafter Geschäftsführer. Doch statt dass die Handschellen klicken, klingelt wahrscheinlich die Kassa. Allen, die sich betrogen fühlen, sei daher geraten: Keinen Cent zahlen, sondern sofort an die WKO wenden!

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Datum: 31. Januar 2013

Diesel-Filter verstopft? Auf gebaut kommt es an!

Derzeit steigen die Temperaturen wieder. Doch die nächste Kältewelle ist nur eine Frage der Zeit. Und mit ihr das immer gleiche Bild auf unseren Straßen: „Obwohl man von Oktober bis April an allen Tankstellen nur Winter-Diesel erhält, streiken viele Diesel-Autos, weil es zur berüchtigten ,Flocken-Bildung’ im Kraftstoff kommt“, weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Allerdings sei das eher ein Fahrzeug- als ein Treibstoff-Problem.

ÖAMTC: Eingefrorener Dieselfilter Jedes Jahr kommt man dahinter, um diese Zeit ist meistens Winter! Auch heuer ließen sich viele Autofahrer von einer gewissen Flocken-Bildung am Himmel „überraschen“. Was bei tiefen Minus-Graden, wie der ÖAMTC konstatiert, mitunter auch zu einer Flocken-Bildung im Dieselsaft führt. Jedenfalls dann, wenn man mit dem „falschen“ Auto unterwegs ist. Weil es nämlich auf die Bauweise eines Fahrzeugs ankommt, wie der Club bei einem Test über die Winter-Tauglichkeit von Diesel-Kraftstoff herausfand.

Zu diesem Zweck wurden Winterdiesel-Proben verschiedener Anbieter in einem VW Golf VI und und einem Opel Insignia auf ihre Winter-Fahrbarkeit überprüft. Ergebnis: „Die Anfälligkeit für Verstopfungen des Filters ist nicht allein vom Kraftstoff abhängig“, erklärt ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl. „Die Bauweise des Autos ist ebenfalls ein maßgeblicher Faktor. Es spielt beispielsweise eine große Rolle, wo der Filter im Fahrzeug eingebaut ist und wie rasch die Filter-Heizung wirkt.“ Als Faustregel gilt: Je exponierter die Lage und je schwächer die Beheizung, desto wahrscheinlicher sind Probleme bei großer Kälte.

Club fordert bessere Kennzeichnung der Filtrierbarkeit und bessere Dieselfilter

Beim Opel Insignia ist der Kraftstoff-Filter am Fahrzeug-Unterboden in unmittelbarer Nähe des Tanks eingebaut. „In dieser relativ ungeschützten Lage nutzt auch die elektrische Beheizung des Filters wenig“, so Kerbl. „Der Insignia bleibt bis zu einer Temperatur von maximal minus 22 Grad fahrbar, darunter geht nichts mehr.“ Der VW Golf VI hat den Filter hingegen im Motorraum und leitet den Kraftstoff thermostatgesteuert über einen kleinen Kreislauf direkt in das Filter-Gehäuse ein. Kerbl: „Im Endeffekt ergibt das für den Golf eine Winter-Fahrbarkeit bis zu minus 28 Grad.“

Tatsächlich „fließfähig“ ist der Diesel sogar bei noch tieferen Temperaturen. Je nach Anbieter werden bis zu minus 31 Grad angegeben. „Aber auch wenn der Kraftstoff tatsächlich bis zu dieser Grenze fließfähig bleibt, also noch durch den Filter kommt, ist das keine Garantie, dass man bei solcher Kälte noch fahren kann“, stellt der ÖAMTC-Techniker klar.

Aus dem aktuellen Test ergeben sich für den ÖAMTC daher zwei Forderungen: Einerseits müssen Fahrzeuge künftig so ausgerüstet werden, dass sie bis mindestens minus 20 Grad mit regulärem Winterdiesel garantiert fahrbereit sind. Was laut Kerbl etwa durch eine leistungsfähige Filter-Heizung relativ einfach erreicht werden könne. Andererseits muss die Mineralöl-Industrie die tatsächliche Winter-Fahrbarkeit ihrer Kraftstoffe deutlicher erkennbar machen. Die aktuell gültige Norm schreibt nur die Angabe der Minimal-Temperatur vor, bis zu der Diesel fließfähig bleibt (Cold Filter Plugging Point, kurz CFPP). Für die tatsächliche Fahrtauglichkeit des Autos ist jedoch die Kälte-Eigenschaft – der Wert, ab dem sich erste Paraffin-Kristalle bilden – wesentlich wichtiger (Cloud-Point). Kerbl: „Der Cloud-Point liegt je nach Hersteller zwischen minus sechs und minus zehn Grad. Nur bis dahin ist die Fahrbarkeit des Autos garantiert. Und das sollte auch so angegeben werden.“

Ein Königreich für eine beheizte Garage – ÖAMTC-Kältetipps für Autofahrer

Falls laut Wetter-Prognose tiefe Temperaturen bevorstehen und das Auto schon im vorigen Winter Probleme gemacht hat, sollte man einige Vorkehrungen treffen. Steffan Kerbl hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

► Wer kurz vor Beginn der kalten Jahreszeit noch viel Sommerdiesel im Tank hat, sollte rechtzeitig auf Winterdiesel umsteigen. Es empfiehlt sich, die Restmenge an Sommerdiesel so gering wie möglich zu halten, wenn die Tage kälter werden.

► Die Wartungsintervalle der Kfz-Hersteller sind unbedingt einzuhalten. Vor allem der Kraftstoff-Filter sollte regelmäßig gewechselt werden.

► Im Winter sollte das Fahrzeug so wind- und kältegeschützt wie möglich abgestellt werden.

► Wer noch Diesel in Kanistern hat und die Kälte-Tauglichkeit nicht kennt, sollte besser zur Tankstelle fahren und nicht aus den Behältern nachtanken.

► Wenn gar nichts mehr geht, hilft es oft, das Fahrzeug in einer beheizten Garage „aufzutauen“.

► Sollten wirklich Kälteperioden mit minus 15 Grad oder tiefer angekündigt sein, also die Gefahr bestehen, dass sich auch im Winterdiesel Kristalle bilden, gibt es noch einen Spezial-Kraftstoff mit extremer Winter-Tauglichkeit: den so genannten Arctic Diesel. Dessen Fließgrenze liegt bei minus 35 Grad. Hier eine Übersicht, wo dieser Spezial-Kraftstoff in Österreich angeboten wird. Freilich, so Kerbl: „Auch dieser Kraftstoff muss rechtzeitig in den Tank. Selbst wenn ein halbvoller Tank mit Extrem-Winterdiesel aufgefüllt wird, verbessert das die Situation.“

► Alle ÖAMTC-Stützpunkte bieten während des ganzen Winters an, Autos auf ihre Kälte-Tauglichkeit zu überprüfen – Stichwort „WinterFit“.

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ALLES DREHT SICH UM DEN GOLF

(30.1.2013) Ab sofort ist der VW Golf auch als 4Motion verfügbar. Dank verbesserter Haldex-Kupplung reagiert der Allradler auf Fahrbahn-Einflüsse spontaner und souveräner denn je. Wobei sich seine Tugenden nicht allein auf optimale Traktion beschränken. Auch die Zugkraft ist höher: Die Anhängelast beträgt nun bis zu 1.900 kg (gebremst bei 12% Steigung). Eingeschränkt ist dagegen die Auswahl (siehe Preisliste): Den 4Motion gibt’s nur fünftürig, nur mit manueller 6G-Schaltung und nur als TDI mit 105 oder 150 PS. Dabei ist der „kleine“ Allrad-Diesel quasi ein Exot – weil auch er (im Gegensatz zum Fronttriebler) über die Mehrlenker-Hinterachse verfügt, versteht sich. Der Norm-Mix ist trotz „Allrad-Zuschlags“ mit 4,5 bzw. 4,7 l/100 km vorbildlich. Bedeutet beim 150-PS-TDI gegenüber dem Vormodell mit 140 TDI-PS eine Reduktion von 15%.

Website des Importeurs: www.volkswagen.at

vw_golf_4motion Österreichs beliebteste Allrad-Marke heißt VW: 18,8% aller Neuwagen waren 2012 mit 4Motion ausgerüstet. Natürlich vor allem dank des Tiguan. Den künftigen 4Motion-Anteil am Golf-Volumen schätzt der Hersteller auf 10% (Foto: Volkswagen)

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AUS FÜR DAIHATSU

(30.1.2013) Vor zwei Jahren angekündigt, jetzt ist es so weit: Per 31. Jänner stellt Daihatsu den Neuwagen-Vertrieb in Europa und somit auch in Österreich ein. Dies habe aber, so versichert man in der hiesigen Zweig-Niederlassung von Daihatsu Deutschland, für Daihatsu-Eigner keinerlei Auswirkungen auf Kundendienst- und Garantie-Leistungen. Diese werde man ebenso wie die Ersatzteil-Versorgung weiterhin anbieten. Um all das zu gewährleisten, so hieß es vor zwei Jahren, werde den Daihatsu-Händlern ab Februar 2013 ein Service-Partnervertrag offeriert. 2012 wurden von der Japan-Marke hier zu Lande insgesamt 254 Neuwagen angemeldet. 42 Neu-Zulassungen weniger als allein vom sauteuren Porsche 911.

www.daihatsu.at

daihatsu_terios Wird man Daihatsu vermissen? Für langbeinige Europäer sind manche Modelle im wahrsten Wortsinn nur eingeschränkt nutzbar. Etwa, wenn man im Terios (Bild) die Fahrertür einen Spalt öffnen muss, um das Kupplungs-Pedal ohne Verrenkung zu betätigen… (Foto: Daihatsu)

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PERSONELLES Nr. 24 Mit 29. Jänner 2013 hat Valeska Haaf (36) den Bereich Presse und Produkt bei der Hyundai Import GmbH übernommen. Die gebürtige Deutsche (Geburtsort Heilbronn) tritt damit die Nachfolge von Rasin Kamali an. In dieser Funktion berichtet sie direkt an den Geschäftsführer der Hyundai Import GmbH, Hansjörg Mayr.

Haafs Affinität zu allem, was vier Räder hat, wurde ihr durch den elterlichen Betrieb (Autohaus) in die Wiege gelegt und fand ihren Höhepunkt in motorsportlichen Aktivitäten. Ihre berufliche Karriere startete sie nach abgeschlossenem Studium („Bachelor of Arts“) 2002 bei der Mitsubishi Motor Deutschland GmbH im Produkt-Marketing. Im Februar 2006 wechselte sie zur Hyundai Motor Europe GmbH, wo sie als Managerin fürs Produkt-Marketing und später im After Sales-Marketing bis Mitte 2012 tätig war. Zuletzt war Valeska Haaf als Marketing-Manager für Bau- und Landmaschinen bei der CNH Deutschland GmbH für die Märkte Deutschland und Österreich beschäftigt.

valeska_haaf Ab sofort fungiert Valeska Haaf als Presse-Sprecherin von Hyundai Österreich und verantwortet darüber hinaus Produkt-Planung und Produkt-Management (Foto: Hyundai)

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AUTOKAUF: MIESE FRAUEN-QUOTE

(28.1.2013) Mit „Frauen-Verstehern“ ist es in der Autobranche scheinbar schlecht bestellt. Diese Erkenntnis offenbart sich durch die CAR-Studie (Center Automotive Research) über das vorjährige Kauf-Verhalten in Deutschland. Demnach stagniert der weibliche Anteil bei privaten Neuwagen-Käufern, der aktuell 33,4% beträgt. Bei jungen Frauen (unter 30) ist er sogar auf bescheidene 3,4% gesunken. Das sei der niedrigste Wert seit sieben Jahren, erklärt CAR-Chef Dr. Ferdinand Dudenhöffer – und bemängelt, dass es der Autobranche nicht gelinge, von der wachsenden Kaufkraft der Frauen zu profitieren. Dass diese „sehr rational vorgehen“ (© Intercar-Chef Max Egger), belegen deren Favoriten wie Fiat 500, Ford Ka und Hyundai i10 (deutscher Markt 2012). Der einstige Liebling BMW-Mini, so Dudenhöffer, habe dagegen an Terrain verloren.

Noch seien Neuwagen eher auf den männlichen Geschmack abgestimmt, kritisiert Dr. Doris Kortus-Schultes vom Kompetenz-Zentrum Frau und Auto. Doch Frauen würden das Auto vielfältiger verwenden: „Besonders wichtig ist technikaffinen Frauen, dass sie auch unterwegs ihre Apps nutzen und ihrem Auto via Sprach-Steuerung Befehle erteilen können.“ Deshalb wäre es wichtig, in Klein- und Kleinst-Wagen solche Kommunikations-Dienste verstärkt zu integrieren. – Und hier noch ein aufschlussreiches „Abfall-Produkt“ der CAR-Studie: Das Durchschnitts-Alter der Neuwagen-Käufer klettert stetig nach oben!

frauenquote_autokauf Frauen als „ewige Beifahrer“? Ferdinand Dudenhöffer wettert: „Mit nur mehr PS, steigenden Neuwagen-Preisen und SUVs gewinnt man keine Frauen als Käufer…“ (Foto: Auto-Kaufberatung.at)

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KEIN AIRBAG SCHÜTZT HÜFTE

(24.1.2013) Autobauer schützen ihre Fahrzeug-Insassen zuwenig – jedenfalls dort, wo es die Vorgaben durch Euro NCAP nicht verlangen. Dieser Vorwurf wird im ARD-Magazin „Ratgeber“ erhoben (Ausstrahlung vom 20. Jänner 2013). Demnach seien die Seiten-Airbags, sofern vorhanden, in aller Regel zu klein, um auch die Hüfte vor schweren Verletzungen zu schützen. Diese hätten nicht selten eine langwierige Ausheilung zur Folge, erklärt man beim ADAC. Doch weil sie zumeist nicht lebensbedrohlich seien, würden sie im genormten Test-Verfahren keine Berücksichtigung finden. Außerdem sei die Rampe, die beim Seiten-Crash ins Fahrzeug kracht, nur 950 Kilo schwer, was deutlich unter dem Durchschnitts-Gewicht heutiger PKW liegt. In den USA werde realitätsnäher getestet, so Dr. Wolfram Hell vom Institut für Rechtsmedizin – mit Rampen, die 1,5 Tonnen wiegen.

seiten-airbag_euro_ncap Seiten-Airbag trifft Dummy. Die Schwere von Kopf- und Brust-Verletzungen wird gemildert. Becken und Hüfte werden jedoch durch Schweller und Versteifungen in der Tür nicht ausreichend geschützt (Foto: Euro NCAP)

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Datum: 22. Januar 2013

Kurz-Zulassungen: Burkhard und die Detektive

Kurz- und Tages-Zulassungen waren neuerlich beherrschendes Thema zum Start der Vienna Autoshow. Eines, dem sich vor allem Burkhard Ernst, Gremial-Vorsteher des Fahrzeug-Handels, verschrieben hat. Zumal jene geschätzt 20.000 bis 30.000 Fahrzeuge jährlich, die sofort nach der Zulassung unser Land verlassen, die Statistik grob verzerren würden. Jetzt will Ernst die Abgänge ins Ausland verifizieren. Gibt’s dafür Hintergründe?

Ernst, Mitterlehner und Clary Die Autowelt steht Kopf. Alles blickt nach China, dem mittlerweile wichtigsten Absatzmarkt für die deutschen Premium-Hersteller. Audi, BMW, Mercedes und Porsche verkauften voriges Jahr im Reich der Mitte insgesamt 959.000 Neuwagen. So viele wie in keinem anderen Markt der Welt. 2012 wurden in China rund 13,24 Millionen neue PKW zugelassen (plus 8,4%). Klar, ein ungesättigter Riesen-Markt. Auch in Russland ist der PKW-Absatz im Vorjahr auf 2,94 Millionen Neuwagen (plus 10,6%) gewachsen.

Doch besonders kräftig legte 2012 Japan nach der Krise zu: auf 4,57 Millionen PKW, was einer Steigerung von sagenhaften 29,7 Prozent entspricht. Und der US-Markt wächst schon das dritte Jahr in Folge: 2012 um 13,4 Prozent auf 14,44 Millionen PKW inklusive der beliebten „Light Trucks“. Womit auch die guten Vorsätze von einst über Bord gingen. Auf der Motor-Show in Detroit (läuft noch bis 27. Jänner) dominieren wieder trinkfeste Dinosaurier. Die Eskalation: Der Hybrid-Sportler Fisker Karma mutierte dort zum „Destino“. Mit einem V8-Block, der 647 PS entwickelt.

In Europa dagegen eskalieren die Märkte: Insgesamt 12,53 Millionen neu zugelassene PKW hatten im Vorjahr ein Minus von 7,8 Prozent zur Folge. Aufgeschlüsselt waren es 11,77 Millionen bzw. minus 8,1 Prozent in West-Europa und 755.500 PKW bzw. minus 2,8 Prozent in den neuen EU-Ländern. Der große Nachbar Deutschland bilanzierte mit einem Rückgang von 2,9 Prozent.

Gemeinsamkeit mit Österreich: Da wie dort brach der Markt im Dezember ein (bei uns auch im November). Eigentlich faszinierend in Anbetracht der gegen Jahresende besonders attraktiven Angebote. Doch was schreckt die Konsumenten ab, wenn’s nicht bloße Kauf-Zurückhaltung ist? Die Zulassung im alten Jahr? Oder einfach der Gedanke, das nagelneue Auto dem Unbill des Winters und salznassen Straßen auszusetzen?

Europas größte Verlierer waren laut Burkhard Ernst, dem Obmann des Bundesgremiums Fahrzeug-Handel, Italien („rund minus 20 Prozent“), Portugal („rund minus 37 Prozent“) und Griechenland („über minus 40 Prozent“).

Nissan – so kommt man stärker an: Plus 353 Prozent bei Tages-Zulassungen!

Österreich bescherte ein Minus von 5,7 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2011 immerhin das historisch zweitbeste Ergebnis: exakt 336.010 neue PKW. Allerdings, so Dr. Peter Laimer von der Statistik Austria: „Ohne Zurechnung der Tages-Zulassungen würde dieser Rückgang im Vorjahr nicht 5,7, sondern 7,1 Prozent betragen.“ Anders gesagt: Der Anteil der Kurz-Zulassungen hat sich 2012 gegenüber 2011 von 24,7 auf 26,7 Prozent erhöht (89.638 PKW entsprechen plus 2,1%), der darin enthaltene Anteil der Tages-Zulassungen von 25,2 auf 28,8 Prozent (25.821 PKW entsprechen plus 16,8%).

Hier bieten wir einen Überblick nach Monaten bei den Kurz-Zulassungen und bei den Tages-Zulassungen sowie nach den Top-10-Marken: Dabei hat Nissan mit einer Zunahme von exorbitanten 352,9 Prozent den Bogen offensichtlich etwas überspannt. Beachtlich zugelegt bei den Tages-Zulassungen haben auch Alfa Romeo und Fiat, wogegen ein Marktanteils-Gewinner wie Skoda seine Tages-Zulassungen deutlich reduziert hat.

Tatsache ist, dass sich Nissan mit 8.605 Zulassungen (plus 18,17%) nach mehr als 40 Jahren erstmals als Österreichs stärkste Japan-Marke in Szene setzen kann und damit Mazda mit 8.419 Zulassungen (minus 11,6%) vom Thron gestoßen hat. Ob dies mithilfe der Kurz-Zulassungen ermöglicht wurde, „die von manchen Importeuren natürlich als Marketing- und Vertriebs-Instrument genutzt werden, um damit mehr preisliche Flexibilität für den Kunden bieten zu können“ (Importeur-Sprecher Dr. Felix Clary), kann sich jeder selbst ausrechnen.

Ausrechnen kann man sich auch (jedenfalls liegt die Vermutung nahe), welchen Branchen-Gurus dieser Ziel-Einlauf Ende 2012 sauer aufgestoßen ist. Wir tippen mal auf Mazda Austria-Chef Günther Kerle, der seine Meinung über Kurz-Zulassungen im Exklusiv-Interview mit Auto-Kaufberatung.at alles andere als schamhaft verschwiegen hat, und auf den größten Mazda-Händler Österreichs, sprich Handels-Obmann Burkhard Ernst.

Daher sei das Vorjahres-Ergebnis zu relativieren, so Ernst auf der Vienna Autoshow. Es bereite ihm Sorgen, „dass die Kurz- und Tages-Zulassungen – trotz eines Absatz-Rückgangs von 5,7 Prozent – um drei Prozent zugenommen haben“. Freilich: „Jene Fahrzeuge, die zugelassen und dann zeitverzögert verkauft werden, aber in Österreich bleiben und damit Wertschöpfung generieren“, sieht Ernst nur als „lässliche Marketing-Sünde“. Doch jene, die gleich nach der Zulassung Österreich verlassen, würden eine Verzerrung des Marktes und der Statistik darstellen.

Nicht zuletzt, so Ernst weiter, „dienen diese Zahlen den Händlern und Importeuren dazu, die Berechnungen und Verkaufspläne für die Folgejahre anzustellen. Leider Gottes können wir nicht erheben, wie viele Fahrzeuge jedes Jahr über die Grenze gehen. Aber wir arbeiten daran, dem künftig auf den Grund zu gehen, und werden gemeinsam mit Eurotax im Laufe des heurigen Jahres vielleicht einen Annäherungs-Wert finden.“ Ernst schätzt die Abgänge ins Ausland auf 20.000 bis 30.000 Fahrzeuge jährlich.

Darf man das alles nicht so eng sehen? „Weil wir schließlich in der EU sind…“

Doch nicht für alle in der Branche ist nachvollziehbar, „was der Herr Ernst damit bezweckt“. Sagt einer, der das Geschäft mit Kurz-Zulassungen intensiver betreibt – und namentlich nicht erwähnt werden will: „Für uns spielt die Kenntnis solcher Zahlen überhaupt keine Rolle. Natürlich rechnen wir den Markt hoch. Aber wir erstellen unsere Order-Planung und Retail-Ziele klarerweise nach Einschätzung der eigenen Stückzahlen. Wir wissen durchaus selber, was wir uns zutrauen können.“

Insofern kann sich Herr XY auch nicht vorstellen, „was das Herausfiltern jener Tages-Zulassungen bringen könnte, die ins Ausland gehen. Wenn das wirklich an die zehn Prozent der gesamten Zulassungen sind, na, was soll’s? Wir sind schließlich in der EU. Man braucht doch nur nach Deutschland, Belgien, Holland oder Spanien zu schauen, was dort alles rausgeht. Es ist doch überall dasselbe und daher weitgehend miteinander vergleichbar.“

Außerdem solle man nicht so tun, als ob hier etwas Strafbares geschehe: „Kein Händler ist dafür verantwortlich, was nach dem Verkauf mit einem Auto passiert. Der Käufer muss dem Händler ja nicht die Anmeldung vorweisen. Mag sein, dass eine ausländische Kunden-Adresse stutzig machen kann. Aber allein deswegen wird man doch nicht ein Geschäft sausen lassen.“

Und prinzipiell zum Thema Tages-Zulassung: „Ich versteh’ die ganze Aufregung sowieso nicht. Diesen Geschäftszweig gibt es schon seit Jahrzehnten. Und jeder Importeur nützt ihn mehr oder weniger, um das Geschäft im Lande anzukurbeln. Weil die Händler dadurch die Autos günstiger einkaufen und somit auch wieder günstiger verkaufen können. Natürlich machen wir dann pro Auto weniger Gewinn, aber dafür steigt das Umsatz-Volumen.“

Apropos strafbar: Der heimische Fiskus interessiert sich naturgemäß für jene Fahrzeug-Eigner, die den umgekehrten Weg gehen – um sich die NoVA zu ersparen. Relativ oft, weiß Mister XY, seien solche Steuer-Hinterzieher in der Slowakei zu finden: „Die haben ihre Firmensitze in Bratislava, kaufen und melden ihre Autos dort an, fahren aber ständig frech in Österreich herum, wo sie auch ihren Wohnsitz haben.“

Fragt sich nur, weshalb die Branche sich an solchen Zuständen scheinbar weniger stößt? Weil die Finanz-Polizei ohnehin Razzien durchführt? Oder eher, weil es sich bei den „NoVA-befreiten“ Autos zumeist um Edel-Karossen handelt, die in heimischen Werkstätten für gutes Geld gewartet werden? Zum Beispiel wie der X6, den Auto-Kaufberatung.at kürzlich bei der Service-Annahme eines Wiener BMW-Vertragspartners erspähte – mit Münchner Kennzeichen und Jahres-Vignette! Übrigens, zur Vorwarnung: Bei der nächsten Schwerpunkt-Kontrolle will die Finanz-Polizei die Dauerparker in Wiens Tiefgaragen ins Visier nehmen.

Arbeitsplatz-Sicherung statt Kunden-Vernaderung: „Wer das nicht versteht…“

Doch niemand, so meint ein namhafter Händler aus dem NÖ. Industrie-Viertel gegenüber Auto-Kaufberatung.at, solle sich hier als Moral-Apostel aufspielen: „Jedes Unternehmen ist für seine Mitarbeiter verantwortlich und nicht für die Kunden.“ Mit anderen Worten: Arbeitsplatz-Sicherung statt Kunden-Vernaderung. „Wer das nicht kapiert, hat noch nie im seinem Leben einen Betrieb geführt!“

Klartext spricht auch Burkhard Ernst, wenn es um die Ertragslage in der Autobranche geht: „Sie ist nicht gerade positiv, insbesondere jene der Händler.“ Immerhin sei es gelungen, die Umsatz-Rendite zu steigern: „Vor einem Jahr lag diese im Schnitt noch unter einem Prozent. Mittlerweile ist sie dank intensiver Schulungen und Kurse auf 1,5 Prozent gestiegen“, so Ernst, der betont, dass diese Initiative von Josef Schirak ins Leben gerufen wurde.

Der 75-jährige Grand Seigneur der Autobranche und Einzelhandels-Sprecher im Bundesgremium des Fahrzeug-Handels hat der „Rabattitis“ schon vor Jahren den Kampf angesagt. Mit dem im Vorjahr gestarteten Projekt unternimmt Schirak nun einen neuerlichen Anlauf, um die Ertrags-Situation im Handel zu verbessern. Denn, so Ernst: „Wir brauchen unbedingt eine Rendite von zwei bis drei Prozent, um die Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern.“

Hilfreich wäre dabei freilich eine adäquate Entwicklung des heurigen Jahres. Die Prognose des Handels-Obmanns klingt schon mal viel versprechend. Um nicht zu sagen, sehr zuversichtlich. Ernst: „Für 2013 rechnen wir mit 320.000 Neu-Zulassungen. Und hier klammere ich natürlich jenen Teil der Tages- und Kurz-Zulassungen aus, der ins Ausland wandert. Ich spreche hier von echten Zulassungen und nicht jenen, die gefakt in die Statistik einfließen.“

Legt man also auch für 2013 die von Ernst geschätzten 20.000 bis 30.000 „Auslands-Abgänge“ zugrunde, wären dies effektiv 340.000 bis 350.000 neue PKW. Ein neues zweitbestes Ergebnis, hart an der Grenze zum Rekordjahr 2011 mit genau 356.145 Neu-Zulassungen. Nicht anzunehmen, dass Ernst dies tatsächlich so gemeint hat. Oder er geht davon aus, dass die „gefakten“ Zulassungen heuer einbrechen werden.

Doch auch Importeur-Sprecher Felix Clary dürfte mit 2013 gewisse Erwartungen verknüpfen: „Durch die guten Jahre, die wir jetzt gehabt haben, ist natürlich auch der Fahrzeug-Bestand gestiegen. Und aus diesem Bestand werden ja die Neu-Zulassungen generiert, wodurch wir uns auf einem sehr guten Niveau halten können.“

Konsum-Schwäche versus Zweck-Optimismus – 2013 ist schwer einzuschätzen

Keine erfreulichen Erkenntnisse gibt es allerdings darüber, wie es um die Neuwagen-Sehnsucht von Herrn und Frau Österreicher bestellt ist. So ergab eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, dass unglaubliche 44 Prozent der heimischen Konsumenten dieses Jahr weniger für große Einzel-Anschaffungen (wie etwa ein Auto) ausgeben wollen als noch im vorigen Jahr. Und auch der von IMAS erhobene Langzeit-Trend gibt wenig Anlass zu Optimismus: Planten 2008 noch 21 Prozent aller Österreicher einen Autokauf innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre, so sind es vier Jahre später nur noch 16 Prozent.

Relativ positiv verlief erwartungsgemäß eine Umfrage unter den Besuchern der Vienna Autoshow (mit der sich übrigens laut neutralem Markt-Forscher fast 90 Prozent der Befragten sehr zufrieden zeigten): Demzufolge beabsichtigen 37,7 Prozent heuer oder im nächsten Jahr einen Autokauf. Wobei von diesen wiederum 74,7 Prozent über einen Neu- und 24,8 Prozent über einen Gebraucht-Wagen nachdenken.

Dass in diesen Nachdenk-Prozess kaum noch Elektro-Autos Zugang finden werden, dürfte wohl zu den sichersten Prognosen für 2013 gehören. Was vor allem für Vorreiter wie Renault schmerzlich ist und auch die entsprechende Infrastruktur (Lade-Stationen) nicht wirklich vorantreiben wird. Für Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner ist die Marschrichtung daher klar:

„Da der große Durchbruch der E-Mobility nicht in Sicht ist, haben wir erkannt, dass die ursprüngliche Erwartungshaltung wie in der Energiestrategie mittlerweile etwas problematisch ist. Deshalb wird die Entwicklung verbrauchsarmer Verbrennungs-Motoren auch in den nächsten Jahren bis 2020 im Vordergrund stehen. Wir werden in den technologischen und innovativen Bereichen vor allem den Forschungs-Faktor unterstützen, aber nicht eine Richtung wie etwa Frankreich einschlagen, wo man direkte Stützungen und Kauf-Support leistet.“

Auch einer neuerlichen Verschrottungs-Prämie erteilt Mitterlehner eine Absage: „Wir denken derzeit nicht daran, eine Ökoprämie einzuführen. Diese wäre nur spruchreif, wenn wir einen dramatischen Markt-Einbruch hätten. Und auch dann würden wir nur in Abstimmung mit Deutschland vorgehen, weil wir hier einfach die Zusammenhänge mit der Produktion sehen. Es hat sich ja schon 2009 sehr bewährt, hier gemeinsam vorzugehen und die Konjunktur-Politik so auszurichten. Da wir erwarten, dass die Wirtschaft nach den eher schwierigen Monaten Jänner und Februar wieder kräftiger wachsen wird – sofern nichts Unvorhergesehenes passiert –, ist eine Ökoprämie nach unserer Einschätzung auch nicht notwendig.“

Nicht notwendig sind in absehbarer Zeit offenbar auch PKW-Maut und eine höhere Mineralöl-Steuer. Jedenfalls nach Zusicherung des Herrn Ministers. Das Wahljahr 2013 wirft seinen Schatten voraus.

Abschließend noch zwei aufschlussreiche Balken-Grafiken der Statistik Austria: PKW-Neuzulassungen 2012, 2011 und 2010 nach kW-Klassen sowie PKW-Neuzulassungen 2006 bis 2012 nach Zulassungs-Besitzern. Und schließlich jener Folder des Bundesgremiums Fahrzeug-Handel, der an die Besucher der Vienna Autoshow verteilt worden ist.

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FETT + CRASH = TÖDLICH

(22.1.2013) Von wegen „eingebauter Airbag“ und ähnliche Scherze, mit denen sich Fettleibige in Sicherheit wähnen. Jetzt ist bewiesen: Übergewichtige haben ein um 80 Prozent höheres Risiko als Normalgewichtige, bei einem Autounfall zu sterben. Das hat die University of California at Berkeley ermittelt. Deren Untersuchung zufolge werden beleibte Menschen bei einem Frontal-Aufprall weiter nach vorn katapultiert, zumal das weiche Gewebe das adäquate Straffen des Gurtes verhindert. Rund 6.800 Lenker, die in zirka 3.400 Autounfällen verwickelt waren, wurden analysiert, wobei 18 Prozent adipös und 33 Prozent übergewichtig waren.

normdummy Keine neue Erkenntnis, aber jetzt drastisch belegt: Ein Crashtest-Dummy mit seinen Norm-Maßen sagt wenig aus über den Verletzungsgrad beleibter Menschen (Foto: Euro NCAP)

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GRATIS PARKEN IN WIEN?

(20.1.2013) Der Grauschleier, der derzeit über Wien wetterbedingt liegt, ist offenbar auch symptomatisch für die Kurzpark-Regelung in der Bundes-Hauptstadt. Der Verfassungs-Experte Dr. Martin Kind stellt nämlich die Behauptung auf, dass die Kurzpark-Zonen in Wien wegen eines „folgenschweren Formalfehlers“ beim Parkometer-Gesetz 2006 verfassungswidrig seien. So gelesen in der morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichten-Magazins profil. Ob diese Erkenntnis die bevorstehende Volksbefragungs-Farce über die Parkpickerl-Erweiterung noch in irgendeiner Form beeinflussen wird, ist freilich kaum zu erwarten. Die rot-grüne Stadt-Regierung zeichnet sich bei diesem Thema bekanntlich durch eiserne Beratungs-Resistenz aus.

kurzparkzone_martin_kind Auch die Ausweitung der Kurzpark-Zonen hält Martin Kind für problematisch: „Ich gehe davon aus, dass die derzeit geltenden Regeln in einigen Straßenzügen anfechtbar sind“, sagt der Jurist im profil-Interview (Faksimile)

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